The Sauerteig-Experience – Irisches Brot

Brot nach Valentine Warner

Meine Freundin Ina sagt, Sauerteig wäre das Tamagotchi des 21. Jahrhunderts. Brot backen wollte ich schon immer einmal. Selber einen Sauerteig anzusetzen, davor hatte ich aber lange einfach zu viel Respekt. Bis ich all meinen Mut zusammenfasste – und natürlich total reinkippte in die „Sauerteig-Experience“.  Ganz klassisch bestand mein Sauerteig nur aus Mehl und Wasser, ich fütterte ihn jeden Tag. Wenn ich aufwachte, galt mein erster Blick dem Sauerteig, der natürlich an einem luftzuggeschützten Ort stand. Geht es ihm gut? Riecht er so, wie er soll? Wirft er keine ungesunden grünen Bläschen? Mein Sauerteig wurde fast zum Haustier – oder eben zum Tamagotchi. Am Wochenende wurde dann immer gebacken, ich probierte unzählige Brotrezepte aus, und muss retrospektiv sagen: Mein Weißbrot gelang immer, mit meinen Vollkornbrot-Versuchen bin ich nach wie vor unzufrieden. Nach ein paar Monaten intensiver Sauerteig-Pflege machte ich eine erschreckende Entdeckung: Da war Schimmel an den Rändern der Schale. Mein Sauerteig war tot. Aber um ehrlich zu sein, ich war erleichtert. Endlich war mein Tamagotchi tot, endlich musste ich nicht jeden Tag völlig neurotisch nach meinem Sauerteig schauen. Sicher, ich hätte es mir auch leichter machen und den Teig immer wieder in den Kühlschrank stellen können. Vor dem Backen anfüttern hätte völlig gereicht. Seitdem greife ich aber umso lieber auf eines der einfachsten und trotzdem besten Brotrezepte zurück, die ich kenne. Dieses Brot ist quasi die Einstiegsdroge in das Universum des Brotbackens. Man braucht keinen Sauerteig, und es gelingt immer. Gefunden habe ich das Rezept in Valentine Warners Frisch kochen – Jetzt!. Wie es in vielen Kochbüchern inzwischen üblich ist, bastelt Warner eine Geschichte um das Rezept. Er habe dieses irische Brot von einem gewissen Tom Halifax abgeschaut. Okay, Warner will authentisch sein wie Jamie Oliver, aber im Grunde hätte er Tom gar nicht gebraucht, handelt es sich doch um ein ganz klassisches Rezept, das man in vielen Kochbüchern findet.

Zutaten für ein Brot

250 g Weizenmehl
250 g Vollkornmehl
1 TL grobes Meersalz
1 TL Natron
450 ml Buttermilch
Weizenmehl zum Bestreuen

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und dann das Weizenmehl und das Vollkornmehl in eine große Schüssel geben, Salz und Natron dazu und alles vermengen, mit einem Besen oder ruhig auch mit der Hand. Dann kommt die Buttermilch und alles wird gut vermengt und ordentlich mit der Hand durchgeknetet. Das Backblech mit Mehl bestreuen, den Teig zu einer Scheibe formen (ca. 5 cm hoch). Etwas Weizenmehl aufs Brot streuen und oben mit zwei Schnitten kreuzförmig einschneiden. Das Brot im vorgeheizten Rohr rund 30 Minuten backen. Am besten, man lässt es dann kurz auf einem Rost abkühlen. Durch die Schnitte lässt es sich wunderbar brechen. Am liebsten esse ich das Brot noch warm mit Butter. Es hält aber auch einige Tage und eignet sich hervorragend zum Toasten.

4 Gedanken zu „The Sauerteig-Experience – Irisches Brot

  1. Raimund

    Hört sich gut an. Aber wie bastelt Mann das grobe ungesalzene italienische Weißbrot
    (kein Ciabatta) mit den großen Löchern?
    Raimund

  2. Helma

    Das haben wir nie probiert. Ich denke auch da wird es unheimlich viele Rezepte geben und es wird auch sehr vom Ofen und vom Mehl abhängen, was dein Ergebnis ist. Viel Glück!

  3. Daniela Pongratz

    Das Brotrezept ist echt super. Als ungeübte Köchin hat mich das Rezept durch seine Einfachheit gleich angesprochen und es ist selbst mit 2 linken Kochlöffelhänden, wie den meinen, leicht umzusetzen. Ich mußte das Brot in meinem Ofen etwas länger backen. Beim nächsten Mal werde ich es noch mit Anis würzen.
    Ich war an diesem Tag voller Stolz, mein erstes Brot gebacken zu haben, das auch noch toll geschmeckt hat. Da brauche ich kein Sauerteig-Tamagotchi.

  4. Helma

    Das mit dem Anis könnte auch gut schmecken, es gibt auch ein paar Versionen mit Zucker oder auch Honig. Ich finde es funktioniert wirklich erstaunlich gut und getoastet ist es auch noch total lecker

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