Lissabon – Piri Piri & Weichsellikör

Lissabon ist die ideale Stadt für einen Wochenendtrip. Das ganze Jahr ist von mildem Klima geprägt, das Flair ist mediterran ohne Kitsch und Massentourismus und das Essen ist großartig. Zugegeben, wenn man an kulinarische Hochburgen denkt, fällt einem nicht gleich Portugal ein. Die portugiesische Küche ist sehr schlicht und nicht gerade protzig. Hochwertige Ausgangsprodukte sind unverzichtbar. Das ist, was sie so beeindruckend macht. Ausgezeichnetes Brot und gutes Olivenöl kosten ohnehin meist schon mehr als das, was noch vor 20 Jahren als Luxus angesehen wurde und heute mehr oder weniger zum White-Trash-Kanon gehört, z. B. Räucherlachs oder Ananas. Typisch für die portugiesische Küche sind bacalhau (Stockfisch), Süßspeisen aus vielen Eiern, reichlich Olivenöl, Piri Piri (Chilli) und auch der Likör Gingja. Hier ein paar Tipps, was man kulinarisch nicht verpassen sollte.

Ginja oder Ginjinha
Ginja ist eigentlich ein Damenlikör aus Weichseln mit einer Zimtnote, der fast nur von Männern getrunken wird – das aber von früh bis spät. Der erste Schluck hat wie warmes Dr Pepper geschmeckt, aber das legt sich nach dem zweiten Gläschen. Am besten geht man in eine Ginja-Bar und macht es wie die Portugiesen: Je früher die Stunde, desto besser! Und die alkoholgetränkten Weichseln auf keinen Fall übrig lassen!

A Ginjinha
Lissabons älteste und beste Bar für Ginjinha.
Largo de São Domingos 8. Täglich 8-22 Uhr

Pastelaria Mexicana – Madmen yourself!
Diese etwas abseits liegende Pastelaria ist einen Ausflug wert. Hier wurde seit 1962 nichts verändert, und das sieht man! Ein imposanter, in gedämpften Farben gehaltener Keramikwandfries des Künstlers Cherub Lapa schmückt den gesamten Restaurantbereich. In diesem Setting fühlt man sich wie in einem amerikanischen Film der 60er-Jahre. Man sieht Don Draper, Joan Holloway und Peggy Olson regelrecht vor sich. Und der riesige Papageienkäfig kommt so retro wie Rauchen im Flugzeug. Die Auswahl an Kuchen ist gigantisch und das Essen ist auch 60s-Style: viel Fleisch mit Sauce, evtl. Spiegelei drauf, als Beilage Fritten und ordentlich gekochte Erbsen.

Av. Guerra Junqueiro, 30-C
www.pastelariamexicana.com

Restaurant Paladar
Ein sehr nettes und schlichtes Lokal mit internationaler Küche. Auch wenn ich auf Reisen traditionellere Restaurants bevorzuge: Hier haben wir sehr gut gegessen.

Calcada do Duque 43A
www.paladar-restaurante.com

Restaurante Casa da India
Mein Favorit in Sachen Essen. Eine authentische Kneipe, sehr zentral und vorwiegend von Einheimischen besucht. Hier gibt es Prego-Brötchen und Bacalhau in allen Variationen.

R. do Loreto 51
Mon-Sat 09:00-02:00

Antiga Confeitaria de Belém
Bei meinem Besuch in der Antiga Confeitaria de Belém, die angeblich schon von Jamie Oliver bedrängt wurde, endlich ihr streng gehütetes Geheimrezept für die in Portugal heiß begehrten Pasteis de Nata (die hier Pasteis de Belém heißen) preiszugeben, war ich erstaunt über die Menschenmassen, die sich hier tatsächlich anstellen. Täglich werden hier 20.000 bis 40.000 Stück dieses Gebäcks produziert. Der Teig in mehreren Schichten erinnert an türkische Süßigkeiten, die puddingartige Eiercreme, die ein wenig nach Vanille schmeckt, ist nicht zu süß. Mit Abstand die besten Pasteis de Nata, die ich in Lissabon gegessen habe.

Rua de Belem 84 a 92
www.pasteisdebelem.pt

Confeitaria Nacional
Ein wunderschön altmodiches Kaffeehaus, in dem man sich getrost durch alle möglichen Süßigkeiten, die das zuckersüchtige Portugal anzubieten hat, durchkosten kann.

Praça da Figueira, 18B
www.confeitarianacional.com

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