Weihnachtliche „Blutsuppe mit Ohren“

Das polnische Lieblingsgericht meiner Schwester und mir ist, wie es der Zufall so will, ein Weihnachtsrezept. Jedes Jahr haben wir uns nicht nur auf die Geschenke, sondern auch auf Barschtsch mit Öhrchen gefreut. Das klingt nun schlimmer als es ist. Bei diesem Gericht handelt es sich um eine Rote-Rüben-Suppe mit Piroggi-artiger Einlage. Durch die Zugabe von Essig in der Roten-Rüben-Suppe und den mit Sauerkraut und Pilzen gefüllten Teigtaschen ist es ein äußerst pikantes Gericht. Trotzdem war es für mich schon als Kleinkind das absolute Highlight am Speiseplan. Das lag sicherlich auch daran, dass meine Schwester und ich uns gegenseitig darin messen konnten, wer die „Blutsuppe mit Ohren“ am blutrünstigsten verschlingt. Es hat natürlich seine Gründe, wieso dieses Gericht ein traditionelles Weihnachtsessen ist – die Zubereitung ist so zeitaufwendig, dass ich mich nicht öfter als zwei Mal im Jahre dazu motivieren kann.

Zutaten für den Barschtsch

1,5 Liter Rinds- oder Gemüsesuppe
0,5 Kilo Rote Rüben
2-3 EL getrocknete Rote Rüben (im polnischen Lebensmittelladen erhältlich)
3-5 EL geschmacksneutraler, sehr säurehaltiger Essig
Salz und Pfeffer

Zutaten für die Öhrchen (Uszka)

0,5 Kilo Mehl
Wasser und Salz
0,5 Kilo Sauerkraut
ca. 3 EL getrocknete Pilze
1 große Zwiebel
Salz und Pfeffer

Zuerst bereitet man einen Topf Rindssuppe zu. Während die Suppe kocht, schält man ein Kilo Rote Rüben und raspelt sie. Wer es besonders intensiv mag, kann auch noch getrocknete Rote Beete hinzufügen, alles in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Das sollte ungefähr 10-15 Minuten köcheln, sodass der Saft, die Süße und das Aroma der Roten Rüben herauskommen. Die inzwischen fertig gekochte Rindssuppe wird durch ein dünnes Sieb geseiht. Genauso verfährt man mit dem Rote-Rüben-Sud, der nun mit der Suppe vermischt wird. Das Ganze nochmal kurz köcheln lassen, und mit Pfeffer, Salz und vor allem Essig (ich bevorzuge in dem Fall geschmacksneutralen, stark säurehaltigen Essig) abschmecken. Das war nun das Pflichtprogramm – mit etwas gehackter Petersilie, einem gekochten Ei oder gekochten Kartoffeln hätten wir schon eine schmackhafte Suppe.

Aber erst die Kombination mit den Öhrchen-Teigtaschen wird es zum Festessen. Dazu wird ein Teig aus Mehl, Wasser, etwas Salz und einem kleinen Löffel Öl zubereitet. Während dieser im Kühlschrank ruht, das Sauerkraut kräftig ausdrücken, sodass möglichst wenig Flüssigkeit bleibt. Zwiebel und Kraut klein schneiden. Zusätzlich noch getrocknete Pilze in Wasser einweichen und kurz aufkochen und danach klein schneiden. Erst die Zwiebel, dann die anderen Zutaten in einer Pfanne anbraten und mit reichlich Pfeffer würzen. Den Teig aufrollen und mit einem kleinen (Schnaps-)Glas Kreise oder mit einem Messer Rechtecke von etwa 5 cm Durchmesser ausstechen bzw. ausschneiden. Diese mit dem Sauerkraut füllen und an den Enden zusammendrücken. Die Ecken werden nochmals zusammengedrückt, damit ich Teigtaschen wie Öhrchen aussehen.

Das ist eine Knochenarbeit und man steht sicher gute zwei Stunden in der Küche. Aber sobald alle Öhrchen geformt sind, können sie für ca. 10 Minuten ins kochende Wasser wandern. Testen ob der Teig gut durch ist. Und dann mit frisch gehackter Petersilie in der Rote-Rüben-Suppe servieren.

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3 Responses to Weihnachtliche „Blutsuppe mit Ohren“

  1. kai says:

    na die deutsche Übersetzung klingt ja nicht so appetitlich, wie auf polnisch :)

  2. sara says:

    eastern promises!

  3. Yumi says:

    Ich habe dieses Gericht in meinem Blog vorgestellt und dabei die Fotos verwendet. Danke!!

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