On the Rocks: Grönland macht süchtig

Die Schiffsfahrten zu den Gletschern sind auch vor Ort leicht zu organisieren, im März gibt es allerdings noch keine abendlichen Touren, da wäre das Licht nämlich am schönsten. Das Hotel Arctis ist ein nettes Ausflugsziel mit Blick über den ganzen Fjord. Ich habe im Hotel Icefjord gewohnt, das war günstiger und ist direkt im Ort gelegen, was Vorteile hat, wenn man die langen Abende für Spaziergänge in den Eisfjord Kangia nutzen möchte. Das Essen in meinem Hotel war ausgezeichnet: Rentiersteak, das zarte Grönland-Lamm, Fischvariationen als Vorspeise sind die Klassiker, aber auch der Moschusochse. Man sagt, Grönland sei teuer, das stimmt sicher: Aber dermaßen gute und frische Produkte, die perfekt zubereitet sind, würden bei uns genauso viel kosten. Am liebsten aber habe ich in dem heruntergewirtschafteten 70er-Jahre-Hotel Hvide Falk gegessen. Die Walsteaks sind herrlich zart, die Sonnenuntergänge unglaublich und das Personal ausgesprochen freundlich. Ein Fixpunkt meiner drei Tage Ilulissat war der Fisch- und Fleischmarkt, ich war jeden Tag dort und habe zugesehen, wenn gerade frisches Fleisch geliefert wurde. Robbe gibt es in keinem Lokal, am Markt dafür reichlich. Ich habe eigentlich gehofft, dort Walhaut (Mattak) kosten zu können, eine Spezialität, die sehr beliebt ist. Weil keine Lieferung kam, habe mit der tiefgekühlten Narwalhaut aus dem Supermarkt vorliebgenommen. Man schneidet sie in Stücke und kaut lange, dann schmeckt sie herrlich nussig. Fazit: Ich denke, der März ist eine ideale Reisezeit, dann ist Grönland noch mit Eis überzogen und ruhig. Nur das Bellen der Schlittenhunde klingt in der hellen Nacht. Kreuzfahrten reizen mich nur bedingt, mir hat es gefallen, in einem kleinen Ort in den Rhythmus des Landes einzutauchen. Ich spare auf jeden Fall schon wieder für die nächste Reise: Spitzbergen möchte ich unbedingt sehen!

Buchtipp: Mir hat Gärten in Grönland von Finn Larsen sehr gefallen, faszinierende Fotos von Menschen, die trotz des kurzen Sommers in ihren Gärten Gemüse und Blumen anbauen.

6 Gedanken zu „On the Rocks: Grönland macht süchtig

  1. katha

    und ein hallenbad, das einzige grönlands! das wird aber weniger zum schwimmen, als vielmehr zum kanu-üben der kleinen kinder verwendet. mit eigenen augen gesehen und sehr begeistert gewesen. wie überhaupt von grönland. bin neugierig, was du noch erzählen wirst.

  2. Karin cerny

    liebe katha, du bist aber schnell mit deiner reaktion. wo warst du überall in grönland? ich möchte so gerne nochmal hinfahren. lieben gruß, karin

  3. katha

    feedreader 😉
    kangerlussuaq (lässt sich wohl nicht vermeiden ;-)), nuuk, ilulissat und natürlich draußen auf dem eismeer. habe damals auch eine sehr große reisegeschichte mit fotos in der maxima geschrieben. ich würde auch gerne nochmal hinfahren. aber es ist halt wirklich extrem teuer.

  4. Hesting

    Reise in die Antarktis? Lohnt sich das für 2 Wochen oder hängst Du noch Neuseeland oder Patagonien dran?

    Die Bilder sehen schon sehr verführerisch aus …

  5. Karin cerny

    @katha, danke für den link, tolle fotos hast du gemacht, da bekomm ich gleich wieder fernweh. aber ich fürchte auch, dass sich das so bald nicht verwirklichen lässt. ich würde dann auch eher was neues ausprobieren, am liebsten spitzbergen.
    @hesting, ich weiß, man sollte so eine reise kombinieren, aber mir reichen zwei wochen auf see, einen tag in ushuia hab ich eingeplant, mehr nicht. reisetage dauern ohnehin doppelt so lange wie normale tage, deshalb finde ich zwei wochen immer ausreichend.

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