GAY MEN DON’T GET FAT

Straight foods are basic and uncontrived….gay foods are fiddly and foofy …“ Simon Doonan

Isst du schwul?
Sushi
Gelato (Eis)
Rucola

Oder hetero?
Beef Wellington
Cesar’s Salad
Quiche Lorraine – hetero, das sich als schwul tarnt
Mexikanisch!

Lesbisch?
Yotam Ottolenghi
Quinoa und das ganze Ökozeug
Hungry Eyes (66% lesbisch, 22% schwul, 12% hetero)

Karin und ich lieben das Kochbuch „Gay Cooking“ gerade dafür, wofür es gerne kritisiert wird. Bringen wir es doch mit der Kritik der Tageszeitung auf den Punkt: „es bedient ungehemmt die ‚Stereotype des Schwulen als besserverdienenden Avantgardisten, Weltenbummlers und partyfeiernden Ästheten’. Die sogenannte schwule Küche solle nun wohl die Lebensphilosophie jener Gruppe spiegeln, die sich inzwischen mitten im Herzen der Gesellschaft wähne und zwischen Ibiza und Mykonos ihre Edelgettos konstruiert habe.“ Für uns ist das so amüsant, dass wir uns gerne auch die Kapitel gegenseitig vorlesen, bevor wir etwas daraus kochen. Ebenso mit Klischees arbeitet diese Neuerscheinung: Gay men don’t get fat. Der Autor, Simon Doonan,  Schaufensterdekorateur des Luxus-Kaufhauses Barneys New York ist vom Magazin Time Out zu einem der „schwulsten Leute in New York City“ gewählt worden und ist mit Jonathan Adler, wahrscheinlich einem der schwulsten Happy-Preppy-Stylisten, liiert. Ein bisschen 90er-Jahre ist das Buch schon, aber manchmal ist es auch ziemlich lustig. Doonan kennt seine Stärke, nämlich Dinge zu behaupten. Dass er manchmal sogar Recht hat, dass Essen wie Fleisch hetero besetzt ist, hat schon das Buch Sie & Er bewiesen, das den Geschlechterklischees in der Kulinarik nachgeht – und nicht nur behauptet. Aber Behauptungen sind nun Mal eine stilistische Form, die oft ausgesprochen gut funktioniert. Die Süddeutsche urteilt so über Mr. Doonan: „Er erklärt „lesbisch“ zum angesagten Adjektiv unserer Zeit – als erdig, authentisch, im weitesten Sinne bio. Und liebt doch sein glamouröses, buntes, luftiges Tuckendasein. Etwas albern ist das vielleicht, aber lustig und sehr verspielt.“ Wenn man so über seine Zuordnungen nachdenkt, kocht Yotam Ottolenghi eigentlich ziemlich lesbisch – und Hungry Eyes ziemlich queer.

Mehr hier

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>