Knoblauchconfit



Früher habe ich gelacht, wenn meine griechischen und italienischen Freunde Knoblauch und Zwiebeln von ihren Mamas geschickt bekommen haben. Heute schleppe ich selbst von meinen Reisen in den Süden fast immer Knoblauch heim (bei einem Flug von Lissabon nach Wien wurde heftig die Nase gerümpft, dabei hatte ich auch noch Stockfisch dabei). Natürlich ist der österreichische Knoblauch (Weingartenknoblauch!) auch gut, aber ich liebe den Gedanken, dass ich mein Essen mit einer Prise Urlaub würze, und bei mir ist Knoblauch in vielen Gerichten Pflicht.

In meiner Kindheit war Knoblauch so etwas wie ein Familienfluch. Meine Mutter konnte gar nicht verstehen, was an Knoblauch penetrant sein soll. Das ging so weit, dass sie uns für die Schule Jausenbrote mit etwa 4–5 aufgeschnittenen Knoblauchzehen einpackte. Mein Bruder war beliebt und cool genug, dass er damit einen kurzen, aber intensiven Schultrend einläutete, während ich diese Brote eher verschämt verschwinden ließ. Meine Liebe zum Knoblauch wurde dadurch aber keineswegs getrübt. Ich kann die Abneigung gegen den Knoblauchgeruch gar nicht nachvollziehen.


Aus meinem Italienurlaub habe ich Unmengen Knoblauch mitgebracht, und weil er so frisch, ja fast grün war, habe ich einen Teil zu Confit verarbeitet, eine etwas gemäßigtere Art, Knoblauch zu genießen, die eigentlich nicht meiner Erziehung zur Schärfe entspricht, aber hervorragend schmeckt und für empfindliche und elaboriertere Gaumen bestens geeignet ist. Confieren klingt total nach Chichi, ist aber in diesem Fall eigentlich nicht der Rede wert. Der Knoblauch wird einfach bei minimaler Temperatur das Öl sollte nicht heißer als 80°C sein ca. 45 Minuten „confiert“. Ich habe mich dabei von Alain Ducasse inspirieren lassen und die Zehen von drei sehr frischen rosa Knoblauchknollen}, die bis auf eine Hautschicht geschält werden, mit ein paar Zweigen Rosmarin, Thymian und einigen Pfefferkörnern in Olivenöl confiert. Wenn die Knoblauchzehen weich und leicht gebräunt sind, in ein verschließbares Gefäß geben und vollständig mit Öl bedecken. Kühl lagern.

Ein Gedanke zu „Knoblauchconfit

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