Bohnensuppe mit Endivie



In letzter Zeit begeistert mich so vieles, dass ich mich kaum entscheiden kann, was ich posten soll. Ich habe die letzten Monate geniale Bruschetta probiert, habe endlich Yorkshire Puddings gemacht (sie funktionieren wie steirischer Tommerl und sind einfach köstlich, ob klassisch zu Rinderbraten oder auch mit einem guten Forellen-Frischkäse-Aufstrich) und das No-Knead-Bread von Jim Lahey gebacken. Das Resultat war umwerfend.
Weiters schwelge ich gerade in Yotam Ottolenghis Neuerscheinung Jerusalem und in Diana Henrys genialem Kochbuch zum Thema Konservieren Salt, Sugar, Smoke. Daraus habe ich binnen einer Woche gleich zwei Rezepte nachgekocht und weiß schon nicht mehr wohin mit den Einmachgläsern. Vom Roten-Rüben-Chutney kann ich auch nicht lassen, ich musste schon vier Mal nachproduzieren. Einkochen ist derzeit meine große Leidenschaft, so spießig ich es eigentlich finde. Bin ich jetzt Guerilla-Konserviererin? Oder Pop-Up-Hausfrau? Einkochen beruhigt mich einfach und scheint wohl in meinen Genen zu liegen, schließlich ist meine Mutter eine Marmeladenkönigin und meine ganze slowenische Verwandschaft hat sich heuer ohnehin als DIY-Truppe entpuppt: Mein Onkel Tonec fertigt aus Baumstämmen Tische, die aussehen wie von Carl Auböck (manche beschriftet der ehemalige Hardcore-Kommunist und Tito-Gefangene mit der geschnörkelten Aufschrift „Tito, Jugo-Bestie“), meine Tante Hedwig strickt mehr als Arne & Carlos und mein Onkel Ernec imkert, brennt Schnaps, macht Most, Wein und alles mögliche andere. Und ehrlich gesagt, sehe ich meine Zukunft auch so ähnlich…..am meisten freue ich mich auf die Tourette-Sprüche, die ich in meine selbstgeschnitzen Bretter ritzen werde! Abgesehen von oben genannten hippen Hausfrau-DIY-Sachen experimentiere ich gerade an unterschiedlichsten persischen Reisgerichten und finde, man kann von Fortschritt sprechen. Kürbissuppe schmeckt mir auch wieder, seit ich sie wie Valentine Warner mit Zimt und Sherry pimpe. Auch Kürbisrisotto ist mit Amarettini besser als ich dachte. Und ich halte es sogar aus mir Videos mit der kochenden Brit-Version von Amelie Poulain, Rachel Khoo, anzusehen. Und bin sogar begeistert von ihrem Croque Madame Muffin. Außerdem habe ich mir einen Fondue-Topf aus der Købenstyle-Serie von Jens Harald Quistgaard zugelegt (Marilyn Monroe hatte übrigens das gelbe Købenstyle-Topfset und Megan Draper kocht in Mad Man ebenso in einem gelben Købenstyle-Topf), und das bedeutet, dass ich mich auf einen besonderen Abend, der Höhepunkt meines Halbtags-Hausfrauen-Daseins, mit Schweizer Käsefondue vorbereite. Aber nun endlich zum Rezept! Ein Gemüse hat es mir im Moment besonders angetan: ENDIVIENSALAT. Es gibt ihn im Moment fast überall. Kartoffel-Endiviensalat mit Kürbiskernöl ist etwas, das ich über alles liebe. Was man hierzulande leider nicht macht, ist das Zeug zu kochen und das ist fantastisch! Vor allem italienische Rezepte mit dem Gemüse sind sensationell. Hier ein sehr, sehr einfaches aus dem Kochbuch Bocca. Darin findet man auch ein anderes, das ich unbedingt versuchen möchte: Es ist ein mit Sardellen und Rosinen gefüllter ganzer Endivienkopf, der verschnürt, gedünstet und dann geröstet wird! Etwas ähnliches habe ich im Cilento (es waren noch Brotbrösel darin) probiert und es war unvergesslich gut.

Rezept
1 Knoblauchzehe in feine Scheibchen geschnitten
140 ml Olivenöl
1 Prise getrockneter Chilli
½ Kopf Endivie, in ca. 3cm lange Stücke geschnitten
400 g Canellini Bohnen (auch Dose ist erlaubt!)
500 ml Wasser oder Bohnenkochwasser, falls die Bohnen frisch gekocht wurden
10 Basilikumblätter, zerteilt
6 EL Petersilie, gehackt
Parmesan und gutes geröstetes Brot zum Servieren

Das ist ein Blitzrezept, es ist also ideal, wenn man alles schon vorbereitet hat. Die Suppe auch nicht zu lange warm halten, den die Endivie soll noch Biss haben. Den Knoblauch in der Hälfte des Olivenöls braten bis er zu bräunen beginnt, dann den Chili hinzufügen und das Öl ein wenig durchziehen lassen. Den Endiviensalat dann im Öl erhitzen bis er beginnt zusammenzufallen. Bohnen, Wasser und restliches Öl hinzufügen und ca. 2 Minuten bei hoher Temperatur kochen. Runter vom Herd, Kräuter hinzufügen und mit dem gerösteten Brot und dem frisch geriebenen Parmesan servieren.

Ein Gedanke zu „Bohnensuppe mit Endivie

  1. Lisa

    Ein sehr gutes Rezept. War sehr lecker. Habe ich heute mal ausprobiert und war positiv überascht.
    Vielen Dank für das tolle Rezept. Werde ich ab jetzt ofter machen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>