Pjöngjang pauschal



Gruppenzwang
Vom Beginn der Reise an bekommen wir eingetrichtert, dass wir nichts allein machen dürfen. Vom ersten Tag an habe ich versucht, auszubüchsen. Kleinere Spaziergänge, beim Essen unauffällig eine halbe Stunde früher aufstehen. Meist sind die gewählten Lokale ohnehin nicht so zentral gelegen, aber einmal hatte ich doch Glück. Ein kurzer Ausflug  führte mich in ein Geschäft, in dem man Fernseher kaufen kann, ich habe eine Bude gefunden, die CDs anbietet, und einen Stand, der Comics verkauft. Man wird mit einer Mischung aus Neugierde und Staunen betrachtet, aber durchaus freundlich. Will man sprechen, merkt man aber: Niemand kann Englisch, jeder steht unter Beobachtung. Man könnte ja Probleme bekommen, weil man mit einem Ausländer kommuniziert. An einheimische Währung kommt man auch nicht heran. Es gehört sicher zu den deprimierendsten Erfahrungen: Kontakt mit Einheimischen ist so gut wie unmöglich. Sie sind wie in einer Vitrine und man selbst für sie wohl auch.

6 Gedanken zu „Pjöngjang pauschal

  1. Kat Shoebox

    Nordkorea will ich auch mal unbedingt besuchen. Es reizt aus dem selben Grund! Gut, dass ich meine österreichische Staatsbürgerschaft für die amerikanische nicht ausgetauscht habe. :) Danke für den Artikel!

  2. Karin Artikelautor

    ich kann es dir nur empfehlen, sag mir, wenn du noch tipps brauchst. es waren übrigens auch ziemlich viele us-amerikaner in nordkorea unterwegs…

  3. Peter haupt

    Danke für den Reisebericht ! Er ist nicht so ideologisch wie die meisten !
    Wollen im Oktober auch nach Nord-Korea , auch nur aus Neugierde ! Aber es nervt mich schon jetzt das ich mich bei jeden der es erfährt „erklären“ muß !
    Hätte aber mal eine Frage die mir noch keiner eindeutig beantwortet hat : muß ich wenn ich das Mouseleum oder die Statue besuche einen Anzug tragen,oder reicht auch angemessene Kleidung ? Auch gute Jeenshose mit modernem Hemd ?
    Vielen Dank PETER

  4. Karin Artikelautor

    Das ist nicht mehr ganz so streng. Jeans und Hemd sind okay, man muss auch nicht mehr Blumen niederlegen und das Verbeugen ist ebenso freiwillig. Ich hoffe der Aufenthalt beeindruckt dich ebenso sehr wie mich. Ich würde diese Reise jederzeit wiederholen!

  5. Paul-Hinrich Kroll

    Wer nach Nordkorea reist, unterstuetzt ein kriminelles Regime mit seinen Devisen. Dasselbe gilt fuer andere sozialistische Laender wie z. B. Kuba. Darueber muss man sich bei der Planung im klaren sein.

  6. Helma

    Natürlich ist das eine heikle Sache. Keine Frage. Ich denke aber schon, dass der Artikel das auch thematisiert. Die Auseinandersetzung mit diesen Ländern ist doch auch sehr wichtig und ich denke Karin hat auch sehr genau geschildert, um was es ihr dabei ging. Ob der Tourismus das kriminelle Regime aufrecht erhält, wage ich zu bezweifeln, dafür ist er doch zu elitär gestaltet, davon profitieren einige Wenige.
    Der Kuba-Tourismus ärgert mich da schon mehr. Das lässt sich leicht verklären. Ich fand es beengend und erdrückend, während um mich herum einige mit ihren Che Guevara Tatoos gemütlich Cocktails geschlürft haben und nicht Mal bemerkt haben, dass sie hier ein krankes, ausbeuterisches System verehren und sich mir ihren Dollars über die Einheimischen erheben. Und wieviele Leute sind übrigens die letzten Jahrzehnte nach Ägypten und Tunesien gefahren ohne überhaupt zu reflektieren, was das bedeutet?!

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