Pjöngjang pauschal

Das Ryugyong Hotel
Einst war es das ewig unfertige „Wahrzeichen“ von Pjöngjang: das Ryugyong Hotel, dessen Bau 1991 eingestellt wurde. Es stimmte wohl statisch einiges nicht. Jetzt wird doch weitergebaut, das Hotel ist bereits mit einer Glasfront überzogen.


Die Blumen des Bösen und das Kaufhaus Nummer 1
Seit einigen Jahren ist das „Kaufhaus Nummer 1“ für Ausländer leider gesperrt, man kommt also bestenfalls in einen Supermarkt, in dem Diplomaten Produkte aus dem Westen kaufen. Im „Kaufhaus Nummer 1“ werden ausgestopfte Tiere angeboten – die einem übrigens auch in vielen Schulen unterkommen. Weil Ausländer ohnehin meist an Staatsfeiertagen nach Nordkorea reisen, steht auch der Besuch der Blumenhalle auf dem Programm. Die beiden symbolischen Blumen, die Orchideenhybride Kimilsungia und die Begonie Kimjongilia, werden dann in Arrangements mit Panzern und Granaten kombiniert. Vorort kann man auch recht günstig Pflanzensetzlinge kaufen, falls man Interesse an diesen Blumen des Bösen hat. Nordkorea ist nämlich ziemlich orchideenverrückt: Überall gibt es Ansichtskarten von Orchideen, und der Botanische Garten, den wir leider nicht besucht haben, besitzt wohl eine große Sammlung. Aber man entdeckt auch viele schöne Designdetails: den Boden im Großen Studienhaus des Volkes, die Straßenlaternen in Blumenform, alte Mercedes – wohl das offizielle Bonzenauto. Die handgemalten Propagandaplakate kosten 20 bis 30 Euro, eine gute Auswahl hat das Yanggakdo Hotel. Geld sollte man unbedingt in bar mitbringen, Dollars oder Euro, beides geht.

6 Gedanken zu „Pjöngjang pauschal

  1. Kat Shoebox

    Nordkorea will ich auch mal unbedingt besuchen. Es reizt aus dem selben Grund! Gut, dass ich meine österreichische Staatsbürgerschaft für die amerikanische nicht ausgetauscht habe. :) Danke für den Artikel!

  2. Karin Artikelautor

    ich kann es dir nur empfehlen, sag mir, wenn du noch tipps brauchst. es waren übrigens auch ziemlich viele us-amerikaner in nordkorea unterwegs…

  3. Peter haupt

    Danke für den Reisebericht ! Er ist nicht so ideologisch wie die meisten !
    Wollen im Oktober auch nach Nord-Korea , auch nur aus Neugierde ! Aber es nervt mich schon jetzt das ich mich bei jeden der es erfährt „erklären“ muß !
    Hätte aber mal eine Frage die mir noch keiner eindeutig beantwortet hat : muß ich wenn ich das Mouseleum oder die Statue besuche einen Anzug tragen,oder reicht auch angemessene Kleidung ? Auch gute Jeenshose mit modernem Hemd ?
    Vielen Dank PETER

  4. Karin Artikelautor

    Das ist nicht mehr ganz so streng. Jeans und Hemd sind okay, man muss auch nicht mehr Blumen niederlegen und das Verbeugen ist ebenso freiwillig. Ich hoffe der Aufenthalt beeindruckt dich ebenso sehr wie mich. Ich würde diese Reise jederzeit wiederholen!

  5. Paul-Hinrich Kroll

    Wer nach Nordkorea reist, unterstuetzt ein kriminelles Regime mit seinen Devisen. Dasselbe gilt fuer andere sozialistische Laender wie z. B. Kuba. Darueber muss man sich bei der Planung im klaren sein.

  6. Helma

    Natürlich ist das eine heikle Sache. Keine Frage. Ich denke aber schon, dass der Artikel das auch thematisiert. Die Auseinandersetzung mit diesen Ländern ist doch auch sehr wichtig und ich denke Karin hat auch sehr genau geschildert, um was es ihr dabei ging. Ob der Tourismus das kriminelle Regime aufrecht erhält, wage ich zu bezweifeln, dafür ist er doch zu elitär gestaltet, davon profitieren einige Wenige.
    Der Kuba-Tourismus ärgert mich da schon mehr. Das lässt sich leicht verklären. Ich fand es beengend und erdrückend, während um mich herum einige mit ihren Che Guevara Tatoos gemütlich Cocktails geschlürft haben und nicht Mal bemerkt haben, dass sie hier ein krankes, ausbeuterisches System verehren und sich mir ihren Dollars über die Einheimischen erheben. Und wieviele Leute sind übrigens die letzten Jahrzehnte nach Ägypten und Tunesien gefahren ohne überhaupt zu reflektieren, was das bedeutet?!

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