smells like queen spirit

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Ausnahmsweise stelle ich hier eine andere Leidenschaft vor. Ich liebe Parfums. Ich habe mein erstes Taschengeld für ein Fläschchen Roma von Laura Biagotti ausgegeben. Das war ca. 1992 und in meiner Klasse haben alle nach dem Zeug gerochen oder nach White Musk oder Vanille von The Body Shop. Später war es dann Jil Sander Sun und CK One. Ich weiß heute noch wie Roma gerochen hat – ekelerregend im Nachhinein betrachtet, mit einem starken Abgang süßlicher Katzenpisse. Die Bestseller heißen heute Helene Fischer (Achtung, so schlecht wie ihre Weihnachts-CD und noch dazu leberschädigend) und nach wie vor Angel von Thierry Mugler, der Duft der 90er-Jahre schlechthin, eine Zuckerwatteüberdosis für die Nase und angeblich das bestverkaufte Parfum aller Zeiten. Kein Wunder, dass immer mehr Nischenparfums aus dem Boden schießen, um dem süßen Massengeschmack etwas entgegenzusetzen. Hier zwei Empfehlungen von Labels aus Skandinavien. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann auch eine Auswahl von Samples (je 5 bis 10,-) bei ausliebezumduft bestellen und dem Beschenkten überlassen, welches er aussucht. 

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BYREDO – Oud Immortelle

Das schwedische Label Byredo – gegründet 2006 von Ben Gorham (Foto) – hat mit einem Schlag alle Parfums, die ich bisher geschätzt habe, in den Schatten gestellt bzw. in die hinterste Ecke meines Badezimmerschrankes wandern lassen. Mein absoluter Liebling ist Oud Immortelle. Mit einer Kopfnote aus Zitronenschale, Limoncello, Weihrauch, Kardamom, einer Herznote aus Patchouli, Papyrus, Rosenholz und einer Basisnote aus Tabakblättern und Moos vereint es geschickt den Duftkosmos Süditaliens mit orientalischen Basaren. Wie man unschwer erkennen kann, ist kein Oud im Duft enthalten. Dennoch erinnert das Parfum mit seiner zitronig-süßen Rauchigkeit an das gehypte Adlerholz. Es ist wie die meisten Düfte des schwedischen Labels unisex, nicht weil es so clean und sauber riecht wie CK One, sondern weil die Geschlechterpolarisation auch in Sachen Parfums längst hinfällig ist – Irritation inbegriffen.

Erhältlich bei Le Parfum am Petersplatz. Unbedingt auch die anderen Düfte von Byredo testen!

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Agonist – Solaris

Auch das noch junge Label Agonist ist aus Schweden. Solaris ist für mich der Inbegriff eines leichten, aber raffinierten Dufts mit einer anhaltenden Cassisnote, die einen skandinavischen Sommer beschwört. Auf einen Accord lässt sich das Parfum natürlich nicht reduzieren. Die Kopfnote ist vielmehr fruchtig-zitronig, neben schwarzen Johannisbeeren sind es Pink Grapefruit und Pfeffer, die den Duft ausmachen, die Herznote hat einen zarten Anflug von Ingwer und Pfirisch, und die Basis aus u. a. Tonka, Patchouli und holzigem Amber, schafft einen balsamischen Kontrast zur Kopfnote. Das Parfum für Modebloggerinnen, die sich mit Margielas Beach Walk niemals zufrieden geben würden und ihren nordischen Chic etwas vertiefen wollen.

http://www.agonistparfums.com
http://www.ausliebezumduft.de

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