Bitter: A Taste of the World’s Most Dangerous Flavor

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Bitter, ist wie der Titel dieser Publikation vorausschickt, ein gefährlicher Geschmack. Die angeborene Abneigung gegen den bitteren Geschmack stellt evolutionsbedingt einen Schutz dar, weil gerade in giftigen, ungenießbaren oder unreifen Pflanzen viele Bitterstoffe enthalten sind. Scheinbar ist es genetisch, ob man bittere Geschmäcker mag. In meinem Fall kann man nur sagen nomen es omen, das Wort Bitter ziert meinen Nachnamen und ich habe schon als Kleinkind ganze Grapefruits einfach so verspeist und Unmengen an Endiviensalat mit warmen Kartoffeln und Kürbiskernöl in mich hineingeschaufelt. „Bitter“ reiht sich perfekt in die vorhergehenden legendären Kochbücher McLagans „Bones“, „Fat“ (auf Deutsch: Fett. Loblied auf eine verbotene Ingredienz) und „Odd Bits“ ein. In allen vier Büchern geht es um verpönte Lebensmittel. Der Geschmack bitter wurde im Gegensatz zu süß und salzig nach und nach aus der Kulinarik verdrängt und, sei es bei Grapefruits oder auch Gurken, einfach weggezüchtet. Dennoch hat er auch für viele seinen kulinarischen Reiz und erlebt gerade eine Art Renaissance, sei es bittere Schokolade, starker Kaffee, eigenwilliges Bier oder Bitterliköre wie etwa Suze.

Jennifer McLagan Buch Bitter ist wie gewohnt fantastisch recherchiert, gut geschrieben und mit tollen Anekdoten und Rezepten gespickt. McLagan erzählt etwa von Fergus Hendersons Leidenschaft für Fernet Branca (wir haben das auch schon oft erwähnt und können nicht lassen zu wiederholen: probiert sein Eis mit Fernet Branca und Creme de Menthe!). Die gebürtige Australierin zeichnet die Kulturgeschichte der Geschmacksrichtung detailliert nach, macht sich etwa auf die Suche nach dem bittersten Geschmack der Welt und erklärt beiläufig auch die neue Sehnsucht nach „wildem Essen“ oder die Geschichte der Grapefruit.

BitterBlog

Das Buch ist in die Kapitel Born to be Bitter (etwa Endivie, Rucola, Radicchio), Liquid Bitter (Bier Tee, Campari, Kaffee etc.), Pungently Bitter (Rukola, Kohlsprossen), Subtly Bitter (verschiedene Orangen, aber auch Aprikosen, Walnüsse und Johannisbeeren), Surprisingly Bitter (Karden, Sellerie) und Dark, Forbidden and very Bitter (Schokolade, Bockshornklee, Tabak, Karamel) eingeteilt. Unter den Rezepten finden sich Schätze wie ein fabelhafter Radicchio Pie, Suze Sorbet, Mussels in Beer, Campari-Glazed Veal Chops, Lamb with Dark Chocolate-Pepper-Sauce und eine fantastische Grapefruit Tarte.

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