Not for Tourists Guide – Ein Reiseführer auf dem Weg zur Weltherrschaft


Bei einem Parisaufenthalt wurden meine Schwester und ich von zwei Typen in einer Bar angequatscht. Einer war Franzose, der andere Amerikaner und beide Musiker. Die Unterhaltung war nett und wir verabredeten uns am nächsten Tag zum Konzert der beiden. Ich muss zugeben, in dem Fall haben unsere Groupie-Qualitäten versagt, dafür entwickelte sich eine Freundschaft und wir besuchten uns alle gegenseitig in Paris, in Boston und auch in Wien. Als Gastgeschenk überreichte Andrew mir den Not for Tourists Guide, wissend, dass meine erste Reise nach New York unmittelbar bevorstand. Für dieses Geschenk bin ich ihm unendlich dankbar, denn ich hätte nicht halb so viel Spass gehabt ohne diesen ausgezeichneten Reiseführer.

Beim Not for Tourists Guide handelt es sich um ein kompaktes schwarzes Büchlein, das einzelne Viertel einer Stadt im Detail behandelt. Sämtliche Ausgaben werden von einheimischen Autoren verfasst und das merkt man. Anders als bei klassischen Reiseführern, findet man in diesem Buch keine Bilder und auch keine langen Beschreibungen. Das gesamte Angebot einer Stadt wird über Stadtpläne, Icons und möglichst knappe Kommentare erschlossen. Das Ergebnis ist eine Fülle an Informationen, die es einem leicht macht auch mal untypische Dinge zu entdecken. So bietet der Not for Tourist Guide auch brilliant unnützes Wissen. In der New York Edition gibt es neben den essenziellen Alben, Filmen und Büchern zur Stadt, etwa den Beleuchtungsplan des Empire State Buildings oder auch eine Liste aller 24-Stunden-Services. Diese umfasst dann sowohl Supermärkte, Apotheken, Copy Shops als auch Privatdetektive inklusive Telefonnummern. Aber keine Sorge: Neben diesen Skurrilitäten beinhaltet das Buch alle wichtigen Bars in der Lower East Side sowie die wirklich guten Second Hand Shops, die coolsten Konzerthallen und die essenziellen Organic-Food-Tempel in Brooklyn.

Begonnen hat alles 2000 mit New York. Die Stadt ist inzwischen so gut erschlossen, dass es eigene Ausgaben zu Brooklyn und Queens gibt. Darüber hinaus sind inzwischen Bücher zu folgenden Städten erschienen: Los Angeles, Boston, Washington, Seattle, Chicago, San Franciso, Philadelphia und Atlanta. Die Expansion macht aber selbst vor Europa nicht halt: ein Reiseführer für London ist inzwischen erhältlich und zumindest online findet man bereits zahlreiche Empfehlungen für Paris und Amsterdam. Überhaupt ist die Website von „Not for Tourist“ ein Paradies für Städtereisende: einzelne Kapitel zu ausgewählten Vierteln können als PDF heruntergeladen werden, den obligatorischen iphone App gibt es ebenso und wer Lust hat, seine Stadt auf der Website vorzustellen, ist herzlich dazu eingeladen. Im besten Fall erscheint das Ganze irgendwann dann auch in Buchform.

Preis pro Guide ca. 14.- ; iPhone App für eine Stadt ca. 2,39
www.notfortourists.com


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One Response to Not for Tourists Guide – Ein Reiseführer auf dem Weg zur Weltherrschaft

  1. Kat Shoebox says:

    Ich habe NFT auf amazon.com zufälligerweise gefunden. Sofort habe ich mir das Washington D.C. Buch bestellt und sobald ich es bekam begann ein Lesemarathon. Im wahren Sinn ist es kein Buch für Touristen, aber es ist trotzdem einmalig, denn es kann dich überall in der Stadt hinleiten (ok, fast überall) und voll mit unschätzbarer Information. Der Schreibststil gefällt mir auch sehr gut und ich musste öfters über die Kommentare laut lachen. Ich habe mich immer wieder an dieses Buch in D.C. gewendet und es hat nur selten enttäuscht. Seitdem versuche ich auch immer wieder dieses Buch an meine Freunde aufzudrängen. <3 NFT

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