Kategorie-Archiv: Italien

Südtiroler Schwarzplententorte

Ein Kuchen, den ich immer wieder backe, ist diese Schwarzplententorte. Schwarzplenten ist nichts anderes als Buchweizen. Als Südoststeirerin mit slowenischen Wurzeln ist Buchweizen für mich mehr als Bioladenkost. Slowenien hat immerhin soeben das 12. Buchweizensymposium abgehalten! In der Steiermark und im Burgenland heißt Buchweizen übrigens Haiden oder Haden. Daraus wird Sterz (ein Brei der zu fester bröckliger Konsistenz eingekocht wird – Haidensterz schmeckt herrlich mit Schwammerlsuppe) gemacht oder auch Tommerl (siehe Zwetschkentommerl). Geschroteter Buchweizen ist in Slowenien besonders als Beilage zu Fleischgerichten beliebt oder auch als Füllung für Breinwurst, die man unbedingt probieren sollte. Eigentlich gibt es in vielen Ländern Gerichte aus Buchweizen: In Russland etwa werden Blinis, in Amerika Pancakes, in Frankreich Galettes, in Japan Sobanudeln (die in Korea wiederum als Maksugu bekannt sind), in Italien sowohl im Norden als auch im Süden Teigwaren („Pizzoccheri“ sind im Norden Italiens und auch im Schweizer Tessin üblich, aber auch in der Basilicata habe ich schon typisch süditalienische kurze Nudelformen aus Buchweizen gegessen) und in Südtirol neben Teigwaren diese traditionelle Torte aus dem Mehl des Knöterichgewächses gemacht. Letzten Sommer habe ich auch zum ersten Mal Buchweizenhonig probiert. Er schmeckt sehr intensiv und hat nach einer etwas gewöhnungsbedürftigen Note am Anfang (einige behaupten, er stinke sogar nach feuchtem Hund!) einen intensiven Karamellgeschmack. Buchweizen ist übrigens glutenfrei, das folgende Rezept ebenso. Weiterlesen

Polpo verace in umido

Nur noch ein Monat und mein fast schon traditioneller Urlaub in Maratea steht an. Wir haben dort zu viert ein Ferienhaus gemietet und kochen abends fast immer selbst. Deswegen habe ich auch im Urlaub ein Kochbuch dabei. Letztes Jahr war es Anna del Contes „Amaretto, Apple Cake and Artichokes“, das es in Pocketformat gibt und das bei der Zubereitung meines ersten Polpo unentbehrlich war, dieses Jahr wird es wohl eher mein Lieblingsbuch “Bocca” oder auch “Polpo” (soeben auf Deutsch erschienen).  Ich muss vorausschicken: Es war halb so schlimm und mit dem Ergebnis war ich für meinen ersten Versuch zufrieden. Das Ausnehmen war einfacher als ich dachte und er ist sogar weich geworden. Hier das Rezept und ein paar Bilder von unserem letzten Aufenthalt in der Basilikata. Weiterlesen

HAPPY NEW YEAR mit Negroni

Weihnachten haben Karo und ich wieder mit Roter-Rüben-Suppe und Blinis gefeiert. Für Silvester plane ich ein simples Steak mit Beilagen und anschließend einen britischen Christmas Pudding (die schnelle Version von Yvette van Boven). Der ideale Cocktail dazu oder besser gesagt der Aperitif  davor stammt aus Italien, genauer gesagt aus Florenz., und hat schon zu Weihnachten für gute Stimmung gesorgt.

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Bohnensuppe mit Endivie



In letzter Zeit begeistert mich so vieles, dass ich mich kaum entscheiden kann, was ich posten soll. Ich habe die letzten Monate geniale Bruschetta probiert, habe endlich Yorkshire Puddings gemacht (sie funktionieren wie steirischer Tommerl und sind einfach köstlich, ob klassisch zu Rinderbraten oder auch mit einem guten Forellen-Frischkäse-Aufstrich) und das No-Knead-Bread von Jim Lahey gebacken. Das Resultat war umwerfend.
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Nespoli mit Vanille und Brandy

Nespoli (Mispel oder japanische Wollmispel, nicht mit den Mispeln, die es im Herbst gibt, zu verwechseln) haben gerade Saison und dieses Jahr habe ich sie endlich probiert. Sie schmecken sehr sauer, etwa wie unreife Aprikosen mit der Konsistenz von Pflaumen. Ich kann mir die Frucht sehr gut für eine Tarte-Tatin-Variante vorstellen oder etwa als Marillenersatz im Marillenkuchen mit Butterscotch Karamell und Mürbeteig von Valentine Warner, ein Nespoleknödel schwebt mir auch schon vor. Folgendes Rezept, das ich so ungefähr aus dem Green River Cafe Kochbuch habe, pimpt die Frucht ungemein. Ein bisschen Alkohol und Vanille ins Dessert schadet schließlich fast nie.