Kategorie-Archiv: Kochbücher

Bitter: A Taste of the World’s Most Dangerous Flavor

516Vg1-IEvL

Bitter, ist wie der Titel dieser Publikation vorausschickt, ein gefährlicher Geschmack. Die angeborene Abneigung gegen den bitteren Geschmack stellt evolutionsbedingt einen Schutz dar, weil gerade in giftigen, ungenießbaren oder unreifen Pflanzen viele Bitterstoffe enthalten sind. Scheinbar ist es genetisch, ob man bittere Geschmäcker mag. In meinem Fall kann man nur sagen nomen es omen, das Wort Bitter ziert meinen Nachnamen und ich habe schon als Kleinkind ganze Grapefruits einfach so verspeist und Unmengen an Endiviensalat mit warmen Kartoffeln und Kürbiskernöl in mich hineingeschaufelt. „Bitter“ reiht sich perfekt in die vorhergehenden legendären Kochbücher McLagans „Bones“, „Fat“ (auf Deutsch: Fett. Loblied auf eine verbotene Ingredienz) und „Odd Bits“ ein. In allen vier Büchern geht es um verpönte Lebensmittel. Der Geschmack bitter wurde im Gegensatz zu süß und salzig nach und nach aus der Kulinarik verdrängt und, sei es bei Grapefruits oder auch Gurken, einfach weggezüchtet. Dennoch hat er auch für viele seinen kulinarischen Reiz und erlebt gerade eine Art Renaissance, sei es bittere Schokolade, starker Kaffee, eigenwilliges Bier oder Bitterliköre wie etwa Suze.
Weiterlesen

The Nordic Cookbook

nordic

Was für ein Kochbuch! Noch dazu von Magnus Nilsson, Chef des legendären Fäviken. Keine Sorge, hier werden keine Flechten, Erden und Laubblätter vom Vorjahr verkocht. Es ist vielmehr eine beachtliche Sammlung relativ simpler und vor allem authentischer Rezepte von den Färöer-Inseln, aus Dänemark, Finnland, Grönland, Island, Norwegen und Schweden. Ganz schön viel auf einmal. Aber es ist Nilsson relativ gut gelungen, die einzelnen Regionen auch als eigenständig darzustellen. Weiterlesen

Ching-He Huang: „Chinesisch kochen ganz easy“ oder besser gesagt: Chinesisch kochen für Idioten!

CHING HE HUANG
Mein erstes chinesisches Kochbuch habe ich mit 15 gekauft. Chinesisch zu kochen in der südsteirischen Provinz im Jahre 1993 war natürlich ein Vorhaben, das zum Scheitern verurteilt war. Sogar Sojasauce war ein Exotikum und nicht aufzutreiben. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich je etwas daraus zubereitet habe. Obwohl ich chinesische Küche liebe und auch ein riesiger China-Fan bin, ist es eine der Sachen, die ich bisher lieber Profis überlassen habe. Erstens habe ich keinen Gasherd, was das Kochen mit Wok ziemlich unmöglich macht, und zweitens hatte ich bis vor kurzem kein Kochbuch, das mir die chinesische Küche näher gebracht hätte. Das hat sich schlagartig geändert mit Ching-He Huangs „Chinesisch kochen ganz easy“. Ching-He Huang kann man auch in diversen TV-Kochshows bewundern. Besonders beeindruckend ist das BBC-TV-Format „Exploring China“ gemeinsam mit dem Koch Ken Hom. Die in Taiwan und anschließend London aufgewachsene Chinesin schwingt das Messer ungemein beeindruckend und skrupellos! Diese Verve im Handhaben eines riesigen Messers ist bei europäischen Köchinnen ja leider selten zu bewundern, sie lecken sich lieber die Sahne von den Fingern. Weiterlesen

Lieblingskochbücher 2012


Vegetarisch für bodenständige Perfektionisten
Katharina Seiser, Meinrad Neunkirchner: Österreich vegetarisch

Wenn man in österreichischen Restaurants und Gasthäusern etwas Vegetarisches bestellt, landet man oft bei panierten, frittierten Champignons oder süßen Rezepten. Deswegen ist es umso schöner in Österreich vegetarisch (fast) kein einziges Rezept für Paniertes zu finden – auch wenn ich das nicht erwartet hätte – und dass der süße Teil zwar vorhanden ist, aber nicht überhand genommen hat. (Ebenso großartig ist es, endlich ein vegetarisches Kochbuch ohne Fleischersatzrezepte zu besitzen….)

Rachel Khoo – Paris in meiner Küche

Wer unseren Blog liest, weiß längst, dass ich französischem Mädchencharme bei erwachsenen Frauen (eigentlich auch bei Kindern) wenig abgewinnen kann. Die feministische Aktionsgruppe Femen wird sich schon was gedacht haben, als sie beschloss von der Ukraine nach Frankreich zu gehen, um dort Frauen feministisch nachzuschulen (auch wenn diesbezüglich sicher weltweit Nachholbedarf besteht). Ich habe mich also ganz schön überwinden müssen Rachel Khoos Videos zum TV-Kochfomat My little Paris Kitchen anzusehen. Zwar ist Khoo Britin mit malaysischem Vater und österreichischer Mutter, aber das Format setzt sehr auf niedliche Französin, die sich immer wieder Creme fraiche und ähnliche Flüssigkeiten von den Fingern leckt. Irgendwie erinnert Khoo mit ihren Kurven auch sehr stark an Nigella Lawson und nicht von ungefähr nennt sie der Guardian „new domestic goddess“. Weiterlesen